Faltzelt mit Stahlgestell oder Aluminiumgestell?

Faltzelte werden heute größtenteils mit Scherengestellen aus Stahl oder Aluminium hergestellt.
Aluminium hat eine geringere Dichte (2,7g/cm³) als Stahl (ca. 7,8g/cm³), d.h., bei gleich großen Teile aus Aluminium und Stahl ist das Alu-Teil deutlich leichter.

 

Andererseits hat Stahl eine wesentlich höhere Festigkeit als Aluminium. Um die gleiche Stabilität zu erreichen, kann deshalb ein Stahlrohr viel dünnwandiger sein, als das entsprechende Aluminiumrohr oder -profil.

 

Einfache Faltzelte mit Stahl- oder Aluminiumgestell haben ein ähnliches Gewicht bei vergleichbarer Stabilität der Konstruktion.
Während Aluminium ohne Behandlung korrosionsbeständig ist, muss das Stahlgestell durch Pulverbeschichtung o.ä. einen Rostschutz erhalten.

 

 

Die günstigsten Faltzelte und Faltpavillons haben gewöhnlich ein Gestell aus dünnwandigen leichten Stahlrohren, gefolgt von den leichten Aluminium-Faltzelten. Sie sind tauglich für den Einsatz bei Witterung mit geringer Windstärke und ohne Schneelast.
Bei höherwertigen Faltzelten mit Aluminiumgestell wird durch zusätzliche Stege im Alu-Profil eine höhere Belastbarkeit erreicht.

 

Problematisch für jeden Pavillon ist die Windbelastung. Starker Wind entwickelt an den großen Zeltflächen enorme Kräfte. Verdoppelt sich die Windgeschwindigkeit, so wirkt auf das Faltzelt entsprechend den physikalischen Gesetzen die vierfache Windlast.
Bei einem kleinen 3x3m-Faltzelt mit einer Seitenfläche von 6 Quadratmetern wirkt auf diese Wand bei einem Wind von 10 km/h eine Last von etwa 3,5 kg. Bei 20 km/h sind es schon knapp 14 kg und bei 40 km/h bereits 56 kg Windlast. Bei größeren Zelten vervielfältigen sich entsprechend auch die wirkenden Kräfte.
Hinter der gegenüber liegenden Wand baut der Wind einen Unterdruck auf, der zusätzliche Zugkräfte erzeugt.
Die Abspannungen verlaufen nicht im rechten Winkel zu den Zeltständern sondern natürlich schräg in Richtung Boden. Das wirkende Kräfteparallelogramm verstärkt nochmals die Belastung.

 

Starke Auswirkungen hat auch die Ausrichtung der Zeltöffnung zum Wind.

Sind keine Seitenwände eingebaut, dann wirken logischerweise die geringsten Kräfte. Mit eingebauten Wänden ist die Windlast am größten, wenn der Wind in die offene Seite bläst.

Bei Wind sollte sich die Zeltöffnung, wenn möglich, auf der windabgewandten Seite befinden. Auch das komplette Schließen des Zeltes verringert die Belastung.

 

Wer sein Faltzelt bei windigem Wetter, bei Schneefall oder nicht nur zeitweilig aufstellen möchte, ist gut beraten, ein Modell aus der Profi-Klasse auszuwählen.
Diese Faltzelte und Faltpavillons besitzen Aluminiumprofile mit einem größeren Querschnitt, höhere Wandstärken des Profils, zusätzliche Innenstege und je nach Ausführung weitere Verstärkungen an besonders belasteten Bereichen.
Wichtig ist in jedem Fall eine sichere Abspannung des Faltzeltes und die Verankerung und Sicherung der Ständer mit Gewichten.

 

Diese Profi-Faltzeltkonstruktionen vertragen auch einmal etwas stärkeren Wind. Doch selbst die stabilste Konstruktion hat Belastungsgrenzen.

Die oben aufgeführten Beispiele für Windgeschwindigkeiten und Windlasten zeigen, dass bei höheren Windstärken die Belastungen schnell völlig außer Kontrolle geraten.

Ist also stürmisches Wetter angesagt, sollte auch das Profi-Faltzelt in jedem Fall abgebaut und sicher verstaut werden.